Konzept

Konzept Hundeverhaltenstherapie Ausbildung

Konzept Hundeverhaltenstherapie Ausbildung

Die Verhaltenstherapie ist ein sich auf den Behaviorismus stützendes Therapieverfahren. Sie geht davon aus, dass Verhalten auf Lernkomponenten beruht und durch Lernen modifizierbar ist. Nach einer Verhaltensanalyse werden Verfahren eingesetzt, wie z. B. systematische Desensibilisierung, Extinktion, Klassische Konditionierung, Habituation, aber auch Stressmanagement und andere mehr, die in der Verhaltensberatung gelehrt werden.

Wer aber in die Ausbildung zur Hundeverhaltenstherapie einsteigen will, muss viel mehr lernen als ein Hundeverhaltensberater. Der Anspruch auf ganzheitliche Betrachtung der Verhaltensprobleme wird durch Berücksichtigung der Psyche und der körperlichen Symptomatik möglich.

In der Ausbildung muss unter anderem die Sensibilität dahingehend geschult werden, wann das Tier dem Tierarzt bei einem begründeten Verdacht vorgestellt werden muss. Das medizinische Wissen braucht er nicht, um Tiere zu therapieren, sondern vielmehr um die Symptome besser zu verstehen und eine korrekte Verhaltensanalyse durchzuführen.

Selbst wenn die Verhaltenstherapie bei Tieren und Menschen viele Ähnlichkeiten aufweist, unterscheidet sie sich dennoch in vielen Punkten. Einerseits modifiziert die unzugängliche Erlebniswelt des Tieres die Tierverhaltenstherapie, vereinfacht sie aber andererseits auch.

Damit entfallen in der Hundeverhaltenstherapie Probleme wie Persönlichkeitsstörungen oder affektive Störungen, um nur einige als Beispiele zu nennen. Außerdem beschäftigt sie sich nicht mit den Themen, die in der Humanpsychologie zu dem kreativen Potenzial der menschlichen Existenz und des Bewusstseins gehören. Sie ist keine Hilfe zur Selbsthilfe, sondern problemorientiertes Handeln mit empirischer Absicherung, die durch den Trainer oder den instruierten Halter ohne bewusste Mitwirkung der Patienten durchgeführt wird.

Das Ziel der Hundeverhaltenstherapie Ausbildung

Die Annahme, dass eine wechselseitige Beeinflussung zwischen psychischen und körperlichen (psychosomatischen) und umgekehrt somatopsychischen Erkrankungen existiert, hat erst vor wenigen Jahren in den Lehrbüchern der Tiermedizin Beachtung gefunden. Vor allem ist den tierärztlichen Dermatologen und Internisten aufgefallen, dass bestimmte Erkrankungen beim Hund definitiv durch Stress bedingt sind. So kann der Verlust an Ästhetik, z. B. durch Hautkrankheiten, zwangsläufig auch sozialen Stress (z. B. wegen der Abwendung des Besitzers) für den Hund bedeuten, der eine Heilung verhindert oder die Symptome verschlechtert.

Spektakulär war hier die Einführung eines Kapitels über "Psychogen bedingte Dermatosen" durch amerikanische Dermatologen in die Lehrbücher, weil man damit den Tieren eine „Psyche“ zugestanden hat. Als man dem Stress später verschiedene Qualitäten wie Trauer, Frustration, Freude, Langweile usw. zuordnete, wurde der Bezug zur Psychosomatik präzisiert. Die körperlichen Beschwerden, die durch psychische Störungen entstanden sind, können durch Arzneimittel vorläufig verschwinden. Damit wird ad juvantibus eher die zugrunde liegende Motivation unter Beweis gestellt, aber eine dauerhafte Lösung ist das natürlich nicht.

Durch diese innovativen Themen in der Ausbildung erhalten unsere Absolventen Hinweise auf das Erkennen von somatisierten Symptomen, sodass umfassendere sinnvolle Maßnahmen getroffen werden können.

In der Ausbildung der Hundeverhaltenstherapie unterrichten wir noch weitere sehr wichtige Themen, die bis heute keine Beachtung gefunden haben. Diese Tatsache war bis jetzt Anlass für die tierärztliche Kritik an den nicht tiermedizinisch ausgebildeten Verhaltenstherapeuten. Worum geht es hierbei?

In der hundeverhaltenstherapeutischen Praxis haben wir es mit Patienten zu tun, die sehr unterschiedliche Symptome zeigen. Alle diese Symptome können Ausdruck eines Problemverhaltens oder einer echten Krankheit sein, angefangen mit Aggressivität über Angst bis hin zu einem sog. Aufmerksamkeit fordernden Verhalten bzw. Frustrationsverhalten, bei dem sich der Hund ständig ohne Grund im Kreis dreht. Dies hier als Beispiel angeführte Problem kann, z. B. durch juckende Dermatose, Proktitis, Perianaldrüsenentzündung, Divertikulose, Perinealhernie, Cauda equina-Syndrom u.a., verursacht werden. Man kann sich vorstellen, wie unsinnig es wäre, bei diesen Krankheiten eine Verhaltenstherapie auf Grund einer falschen Interpretation (z.B. Aufmerksamkeit forderndes Verhalten) einzuleiten. Solche und ähnliche Fallen warten im Praxisalltag und können von Verhaltenstrainern besser analysiert und therapiert werden.

Eine kleine Auswahl an Beispielen finden Sie unter Praxis der Hundeverhaltenstherapie Ausbildung.

Es wäre für Hundeverhaltenstherapeuten übertrieben, aus diesem Grund ein tiermedizinisches Studium zu absolvieren. Diese Sisyphusarbeit haben wir auf uns genommen, sodass wir in unserer Ausbildung unseren Teilnehmern alle diese Verknüpfungen zwischen den medizinisch relevanten und verhaltensrelevanten Symptomen liefern, die differentialdiagnostisch von Bedeutung sind.

Die Verhaltenstherapie-Ausbildung dauert im Humanbereich 3-5 Jahre und ist nur für Mediziner und Psychologen zugänglich. Alleine diese Tatsache soll dem ärztlichen Wissen gegenüber einen gesunden Respekt abverlangen und zeigen wie reduziert das Wissen zu diesen Themen in der Hunde-VT heute noch ist.

Soziale Netzwerke

ATN Rückruf Service

ATN Studienberatung Rückruf Service beantragen!

Rückruf anfordern