Konzept

Konzept der Weiterbildung Assistenzhundetrainer/in (INDI-Konzept)

Konzept der Weiterbildung Assistenzhundetrainer/in (INDI-Konzept) Konzept der Weiterbildung Assistenzhundetrainer/in (INDI-Konzept)

Wie ist das Assistenzhundetrainer Konzept aufgebaut?

Die Ausbildung zum Assistenzhundetrainer bei der ATN geht in vielerlei Hinsicht ganz eigene Wege. Es gibt einige Faktoren, die unsere Ausbildung in Bezug auf die Inhalte und die vertretenen Werte besonders auszeichnet.

1Ausbildung der Hunde durch assistierte Inklusion
Assistierte Inklusion beschreibt die Art und Weise, in der Klient und Trainer gemeinsam den zukünftigen Assistenzhund ausbilden. Inklusion bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Klient so früh und so umfänglich wie möglich in die Ausbildung seines Hunds eingebunden wird und alle Teile des Trainings, die er selber leisten und umsetzten kann, übernimmt. Der Trainer leitet diese Einheiten und Aufgaben engmaschig an und hilft bei der Umsetzung.
Abhängig von der Art der Beeinträchtigung werden bestimmte Trainingsorte, Aufgabenstellungen und Herausforderungen für den Klienten nicht umsetzbar oder adäquat trainierbar sein. Hier springt der Trainer ein und übernimmt diese Teile der Ausbildung. Dies ist unter dem Begriff "assistiert" zu verstehen.

2Auswahl des Hundes
Eine der größten Herausforderungen bei der Assistenzhundeausbildung ist es, den richtigen Hund zum einen für die Aufgaben / Assistenzleistungen zu finden, zum anderen aber auch den richtigen Partner für den individuellen Klienten. Assistenzhunde sind keine medizinisch-technischen Hilfsmittel, die mit der Blaupause ausgebildet und dann an einen beliebigen Klienten mit der Beeinträchtigung XY vermittelt werden.
Durch umfangreiche Tests lassen sich die besonderen Fähigkeiten des Hundes gut ermitteln. Aber erst durch umfangreiche Persönlichkeitstests, die sich am System der Big 5 aus der Humanpsychologie anlehnen, wird es möglich, ab einem bestimmten Alter die Persönlichkeitsmerkmale eines Hundes zu bestimmen. Durch vergleichbare Tests bei den Klienten lassen sich deutlich besser funktionierende Gespanne bilden.

3Tierschutz
Zurecht wird immer wieder diskutiert, ob Hunde heute noch zum Wohle des Menschen eingesetzt und "benutzt" werden dürfen. Eine Frage, die absolut auch für das Assistenzhundewesen gestellt werden muss.
Assistenzhunde leben vergleichbar mit Familienhunden eng mit Ihren Partnern zusammen. Allerdings werden sie durch die ergänzenden Assistenzaufgaben mehr gefordert. Durch den Verzicht auf Standard-Aufgaben und eine hoch individuelle Anpassung der Assistenzaufgaben an die Möglichkeiten und Grenzen des Klienten werden die Hunde sehr viel gezielter eingesetzt. Auf der anderen Seite wird heute stark darauf geachtet, dass die Hunde nicht nur umfangreiche Ruhezeiten, sondern auch echten Ausgleich im Sinne von Freizeitaktivitäten und Sport, neben ihrem Dasein als Assistenzhunden, haben. Beschäftigung, Spiele, Ruhezeiten, Soziale Kontakte mit anderen Tieren, sind für ein artgerechtes Leben des Hundes unerlässlich. Als positiver Nebeneffekt führen diese Beschäftigung und die soziale Interaktion zu einer Festigung der Beziehung zwischen dem Klienten und seinem Hund.
Die sehr sorgfältige Auswahl in Bezug auf den Klienten und die Fertigkeiten des Hundes minimieren ebenfalls das Risiko der Überforderung.

4Methodenvielfalt in der Ausbildung
Eines der größten Probleme in der Assistenzhundeausbildung ist und war das Anwenden von Standard-Lösungen und Trainingswegen. Besonders bei Assistenzhunden erwartet man einen besonderen Gehorsam und eine unvergleichliche Zuverlässigkeit. Diesem Ideal kann sich aber nur angenähert werden, wenn die Trainer über ein großes Repertoire gewaltfreier Trainingsmethoden verfügen und diese abhängig von Aufgabe, Hund und Klient völlig flexibel anwenden können. Jedes Gespann hat ganz eigene Herausforderungen und Besonderheiten, denen sich der Trainer mit seinen Methoden und Trainingswegen anpassen können muss. Deshalb wird bei der Ausbildung gesteigerter Wert auf kreative und flexible Lösungsansätze und Trainingswege gelegt.

5Medizinische Grundkenntnisse der Krankheitsbilder
Um die Bedürfnisse und Anforderungen, die mit bestimmten Krankheitsbildern und Beeinträchtigungen einhergehen, ermessen zu können, ist es für Assistenzhundetrainer zwingend notwendig, die den Krankheiten zugrundeliegenden Mechanismen, die für die Ausbildung der Hunde und dem Umgang mit den Klienten entscheidend sind, zu kennen und zu beherrschen. Nur so kann es gelingen, Assistenzhunde hoch individuell auszubilden und den Klienten im höchst möglichen Umfang gerecht zu werden.

6Wissenschaftlichkeit
Der Beruf des Assistenzhundetrainers gilt aus gutem Grund als so viel komplexer als der des Familienhundetrainers. Ohne eine sehr breite interdisziplinäre Basis unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche kann das Assistenzhundetraining nicht gelingen. Sowohl in Bezug auf die unterschiedlichen Krankheitsbilder, Trainingswege und Lösungsansätze ist es von enormer Wichtigkeit seine Arbeit auf wissenschaftliche Studien zu gründen, selber Daten zu sammeln und diese zur eigene Qualitätssicherung zu verwenden.
Im Bereich vieler Assistenzleistungen ist noch eine Menge Forschungsarbeit notwendig, um genau erläutern und belegen zu können, warum beispielsweise bestimmte Hunde im Stande sind, bestimmte Anfallsleiden zum Teil Stunden im Voraus anzuzeigen, während andere Hunde diese erst bemerken, wenn sie einsetzen. Assistenzhundetraining ist zu gleichen Teilen sowohl praktisches Training, als auch wissenschaftliche Recherche und Dokumentation.

Die ATN bereitet Sie auf dieses enorm umfangreiche, spannende und herausfordernde Berufsbild in Form eines Ergänzungslehrganges vor. Dies bedeutet, dass Sie bereits Hundetrainer sein müssen oder diese Ausbildung in Kombination mit der Hundetrainerausbildung der ATN buchen.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die Lektionen dieses zwölfmonatigen Lehrgangs:

Modul 1

  • Tiertraining - Die Lerntheorien und ihre praktische Anwendung

Modul 2

  • Leben mit Beeinträchtigungen - Lebenssituationen und Belastungen von Frauen in Deutschland
  • Inklusion als Leitmotiv - & ihre Relevanz für Assistenzhunde-Teams

Modul 3

  • Anthrozoologie - Grundlagen
  • Die tiergestützte Arbeit – Einführung
  • Was ist ein Assistenzhund?

Modul 4

  • Leben mit Beeinträchtigungen - Lebenssituationen und Belastungen von Männern in Deutschland
  • Begrifflichkeiten
  • Das erste Jahr des Assistenzhundes - Besonderheiten in der Grundausbildung

Modul 5

  • Auswahlverfahren für Assistenzhunde - Sammelband

Modul 6

  • Assistenzhunde - Begleithunde für Menschen mit Beeinträchtigung des Gehörs
  • Nasenarbeit

Modul 7

  • Assistenzhunde für Epilepsie- und Diabetesbetroffene - Sammelband

Modul 8

  • Psychiatrische und neurologische Krankheitsbilder und ihre Relevanz für die Tiere

Modul 9

  • Assistenzhunde für Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen
  • Assistenzhunde - Begleithunde für Menschen mit Störungen im Autismus-Spektrum

Modul 10

  • Assistenzhund INDI - Assistenzhunde für lebenspraktische Fähigkeiten

Modul 11

  • Begleithunde für Menschen mit Beeinträchtigungen des Sehsinns

Modul 12

  • Mensch-Tier-Beziehung
  • Spezialgesetzliche Grundlagen für Assistenzhundetrainer
  • Teilhabeplan
  • Pädagogisches Handeln - in der Beratung des Tierhalters
  • Tiere in menschlicher Obhut / Ethische Aspekte

Ein umfangreiches theoretisches Wissen bildet das Fundament, auf dem Sie dann im weiteren Verlauf der Weiterbildung ihre praktischen Fähigkeiten entfalten. Sie erhalten in diesen Skripten all die Werkzeuge, die Sie für die Auswahl der Hunde, die Ausbildung der Hunde, den Umgang mit den Klienten und deren Beeinträchtigung, zur Erstellung von Teilhabe- und Trainingsplänen und zum Betreiben einer gewerblichen Assistenzhundetrainer-Tätigkeit benötigen.

Um diesen Lehrgang und dessen Inhalte zu komplettieren, bietet die ATN Ihnen ein umfangreiches Paket, um ihr theoretisches Wissen in die Praxis umsetzten zu können.

Mehr erfahren unter: Leistungspaket der Weiterbildung Assistenzhundetrainer

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