Ausbildung zum Assistenzhundetrainer

1. Definition
Assistenzhundetrainer ist eine Spezialisierung eines Hundetrainersauf die Ausbildung von Assistenzhunden.
Assistenzhunde sind besonders lernfähige und vom Wesen her geeignete Hunde, die nach einer aufwendigen Ausbildung imstande sind, Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen Hilfe zu leisten oder deren ausgefallene Fähigkeiten und Fertigkeiten zu kompensieren bzw. bei kritischem Gesundheitszustand Menschen zu warnen und in Notsituationen Erste Hilfe zu leisten und Hilfe zu holen.
2. Zielgruppe für das Lehrgang
Die Ausbildung zum Assistenzhundetrainer richtet sich an alle, die als Assistenzhundeausbilder in Fremd- oder Selbstausbildung arbeiten, in einer Organisation oder Blindenführhundschule als Trainer tätig sein möchten
oder für Angehörige einen Assistenzhund ausbilden möchten.
Für bereits praktizierende Hundetrainer, Ausbilder und Mitarbeiter im ehrenamtlichen Bereich in Hundevereinen und im Tierschutz ist diese Ausbildung eine gute Möglichkeit, das eigene Wissen zu vertiefen und gleichzeitig Menschen helfen zu können.
Für Krankenpfleger, Krankenschwestern, Behindertenbetreuer oder Sozialarbeiter bietet die Ausbildung eine Möglichkeit ihre Arbeit mit dem Hobby „Hund“ zu verbinden.
Die Praxisseminare erweitern das eigene "Handling", die Beobachtungsfähigkeit für die Auswahl geeigneter Hunde und die eigenen Fähigkeiten in der alltäglichen Arbeit mit Hunden und behinderten Hundehaltern.
3. Gewünschte Voraussetzungen
Für eine erfolgreiche Arbeit des Assistenzhundetrainers bedarf es einer empathischen Zugewandtheit dem behinderten Menschen gegenüber, Verständnis für seine Behinderung, Wissen über seine Behinderung, Führungsqualitäten bei der Anleitung von Gruppenstunden wie auch ein allgemeines pädagogisch-kommunikatives Geschick.
Insbesondere bei eine Absicht einer professionellen Assistenzhundeschule aufzubauen sollten die nötigen Fähigkeiten im Bereich Organisation und Management, Marketing und betriebswirtschaftlichen denken nicht fehlen.
Ebenso von entscheidender Bedeutung für die Arbeit als Assistenzhundetrainer ist das „Feeling“ und das „Handling“ im Umgang mit Hunden – also die Fähigkeit, den Hund anhand seiner Mimik und Gestik in seiner aktuellen Gestimmtheit wahrzunehmen und die Fähigkeit, auf eine souveräne, klare, entspannte und fein differenzierte Weise mit dem Hund zu kommunizieren. Hinzu kommt die Fähigkeit konzentriert zu arbeiten, um Fehler des Hundes zu vermeiden. Das Training eines Assistenzhundes setzt Kreativität voraus, um jedem Hund zu ermöglichen nach seinen Fähigkeiten, in seinem Tempo bestmögliche Lernerfolge zu erzielen.
Eine sehr wichtige Eigenschaft werden die Teilnehmer schon in dem Lehrgang erwerben müssen, es sind gute erzieherische Fähigkeiten die erlauben selbst kompliziertere Aufgaben dem Hund beizubringen. Erst dann können Praktika zu Assistenzhundetraining effektiv genutzt werden.
4. Lernfelder des Lehrgangs Assistenzhundetrainer
Der Trainer der für Behinderte oder kranke Hunde ausbildet wird betreibt oft unbewusst eine der intensivsten Hunde gestützte Sozialarbeiten. Dieser Aspekt wird bei allen heutigen Lehrgängen zu ASHT entweder gar nicht oder sehr knapp besprochen hier setzt ATN neue Maßstäbe und widmet diesen Themen würdigen Pl
atz. Wenn man als Assistenzhundetrainer geschickt die Kenntnisse aus der Tiergestützte Sozialarbeit bewusst einsetzt erzeugt man dabei mehr Erfolg als mit der übliche zweckgebundene Dressur. Natürlich spielen die Aspekte der Beziehung Hund Mensch und umgekehrt eine besondere Rolle in der Ausbildung und Praxis und werden ebenfalls ausführlich besprochen.
Das zweite sehr wichtige und umfangreiche Thema für den angehenden Trainer ist die Kenntnis der Ätiologie und Symptomatik der wichtigsten Behinderungen (z.B. Blindheit, Taubheit, körperliche oder geistige Behinderung) oder Erkrankungen (z.B. Epilepsie, Diabetes, psychische Störungen) und deren psychosozialen Auswirkungen beim Klienten. Nur so ausgebildete Trainer verstehen, welche Bedürfnisse ihre Kunden tatsächlich haben und wie fein sie diese mit entsprechend ausgebildeten Hunden decken können.
Dabei darf der kranke oder behinderte Klient nicht nur durch Blickwinkel seine Beschwerden oder Bedürfnisse die den Hund Beeinflussen soll betrachtet werden, sondern muss sein soziales Umfeld und seine Interaktionen mit dem Hund tierschutzrelevant beurteilen können. Auch diese Themen sind Gegenstand des Lehrgangs.
Der umfangreichste Modul des Lehrgangs behandelt die Kunst der praktischen Vorgehensweise bei der konkrete Erziehung und Ausbildung des Hundes für bedürftige Menschen. Hier lernen Teilnehmer welche Fertigkeiten Hunde für konkrete Beschwerden oder Krankheiten erwerben müssen und diese sicher und dauerhaft behalten. Sie als Teilnehmer werden dabei zuerst in der Theorie Schritt für Schritt geführt so dass sie für die Praxis bestens vorbereitet sind und Ihnen die praktischen Übungen leichter fallen.
Dabei sollte man bedenken, dass sich um eine Di
enstleistung handelt, die eigene Rentabilität und Existenz sichern muss. Das geschieht nur dann, wenn der Hund eine Prüfung besteht und die Kosten der Ausbildung von Kassen übernehmen wird.
Da nicht jeder Hund für diese Ausbildung eignet ist, sollen sie nicht erst als Praktiker feststellen, sondern werden schon in der Ausbildung erfahren nach welchen Kriterien geeignete Hunde für spätere Ausbildung schon im Welpenalter aussucht werden sollten. Diese Themen erfahren sie nicht nur in einem ausführlichen theoretischen Teil, sondern auch in den Praktika. Das Problem ist, dass die Praktika oft nur wenige Monate vor dem Praktikumstermin zu diesem Thema angekündigt werden, da sich mehrere Würfe zu gleicher Zeit in einer überschaubaren Entfernung voneinander finden müssen. Alle anderen Praktikumstermine werden lange im Voraus bekannt gegeben.
5. Hundekategorien, die der Assistenzhundetrainer ausbildet

Blindenführhunde - haben die Aufgabe die Orientierung zu verbessern, führen sicher ans Ziel auch über Hindernisse wie Straßen, Ampeln und Verkehr, führen zu wichtigen Punkten wie Lift, Zebrastreifen, Kreuzungen, Geschäfte. Geben Sicherheit und mindern das Verletzungsrisiko.
Signalhunde - übernehmen Funktion eines Signalgebers der auf die Geräuschquelle verweist, z.B. Klingen einer Türglocke, Wecker, Alarme oder des Telefons, Weinen eines Babys, Feueralarm, usw.
Signalhunde können auch bestimmte Aufgaben selbständig erledigen, wenn sie bestimmte Signale hören.
Epilepsiewarn - oder anzeigehunde - sind Assistenzhunde für Epileptiker und haben die Fähigkeit den nähernden Anfall bei Menschen zu spüren und können rechtzeitig warnen. Durch die Warnung des Hundes wird ein präventives Handeln des Epileptikers ermöglicht und so Komplikationen und Umfälle vermieden. Die Hunde sind so trainiert, dass sie während und nach dem Anfall Hilfe leisten oder Hilfe holen können.
Diabeteswarnhund - erkennt olfaktorisch Hyper oder Hypoglykämie die von dem Kranken kaum wahrgenommen werden. Nach eine Warnung des Hundes können die Betroffene sofort entsprechende Maßnahmen ergreifen um Schäden für Gesundheitszustände der über oder Unterzuckerung und damit bringende gefahren zu vermeiden. Bei eine Wahrnehmungsstörung während der Hyper oder Hypoglykämische Krise bringen sie Spritzen oder Glucose, erzwingen deren Aufnahme, holen Hilfe.
Behindertenbegleithund Darunter versteht man Begleithunde die motorisch eingeschränkten Menschen Hilfe leisten und damit mehr Selbstständigkeit und Unabhängigkeit dem betroffenen ermöglichen. Die Hilfe reicht von Tür öffnen, Gegenstände holen oder wegbringen, Licht an oder ausmachen, Rollstuhl mitziehen, beim ein und auskleiden helfen, Notanrufe senden, Hilfe holen, und vieles mehr.
Hunde für Kranke mit psychischen Störungen sind Assistenzhunde, die komplementär die Therapie des Betroffenen unterstützen, kann aber keine alleinige Therapie darstellen. Am häufigste werden Hunde in diese Kategorie für Posttraumatischer Belastungsstörung und Dissoziativen Störungen ausgebildet.
Andrer Beispiel aus dieser Kategorie sind Hunde die bei Essstörungen, Panikstörungen, schweren Depressionen und Bipolaren Störung eingesetzt werden. Übrigens können auch Hunde für Menschen mit Psychiatrischen Störungen (z.B. Schizophrenie) ausgebildet werden dies jedoch bedarf eine intensive Absprache mit behandelnden Ärzten und diese spielen auch hier eine unterstützende Rolle bei der Therapie.
Autistenhunde Ein Autismus-Begleithund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der Menschen mit Autismus, meist Kinder, vor Gefahren bewahrt, beruhigt und Stereotypien unterbricht. Autismus-Begleithunde werden in den englischsprachigen Ländern bereits seit Mitte der 1990ger Jahre ausgebildet, in Deutschland sind sie bisher nahezu unbekannt. Autismus-Begleithunde ermöglichen einem Autisten Unabhängigkeit und Selbstvertrauen zu erlangen, sowie den Alltag zu meistern. Zusätzlich unterstützen sie die Eltern im Alltag mit dem auti?stischen Kind. Das Autismus Spektrum ist sehr vielfältig und die Schwierigkeiten im Alltag werden von jedem Betroffenen anders erlebt. Demnach können Hunde für eine Reihe von Aufgaben ausgebildet werden: Sie helfen bei visueller und auditiver Reizüberflutung und verhindern Gefahren.
6. Die Aufgaben des Assistenzhundetrainers
Der Assistenzhundetrainer fokussiert seine Aufmerksamkeit auf folgende Maßnahmen: ?
o Übungen, insbesondere Assistenzhund Aufgaben, die spätere Arbeit des Hundes in jeder Situation ermöglichen.
o Gestaltung der Hund- Mensch-Beziehung, Optimierung der Beziehung/Bindung zum Hund
o Einhalten der Standards für Assistenzhunde und des Verhaltens des Hundes in der Öffentlichkeit
o Aufzeigen von Managementmaßnahmen zur Veränderung der Stimmungslage des Hundes, z.B. Maßnahmen, die den Stresslevel des Hundes herabsetzen
o Optimierung der Haltungsbedingungen
o Verbesserung von Impulskontrolle und Frustrationstoleranz des Hundes
o Gestaltung von abwechslungsreichen Trainingsplänen
o Arbeit mit den Erwartungen der Besitzer (realistische und unrealistische)
o Aufbau der Compliance für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Hundehalter
o Coaching und Ermutigung der Hundehalter bei der Umsetzung der Übungen
o Aufklärung über rassespezifische Besonderheiten und Hintergründe für die Assistenzhundearbeit
o Aufklärung der Hundehalter über die Hintergründe, wie ein Hund lernt
o Aufklärung der Hundehalter über Grundkenntnisse zu Ethologie, Ernährung und Gesundheit
o Aufklärung der behinderten Hundehalter im alltäglichen Umgang mit dem Hund
o Organisation des Assistenzhundetrainings
o Auswahl geeigneter Hunde
7. Das Lernpensum
Der Lehrgang besteht aus 28 Lektionen und 32 Praktikumstage und berücksichtigt alle oben genannte Punkte. Es gibt 20 Praktikumstage die sich auf allg. Hundetraining und 12 Tage die sich auf Assistenzhunde Training beziehen. Dieser Lehrgang deckt sich bis zu Lektion 16 mit der Hundetrainerausbildung. Fünf weitere Lektionen die sie zusätzlich erwerben können machen aus dem Lehrgang zwei vollwertige Lehrgänge Hundetrainerausbildung und Assistenzhundetrainerausbildung. Die Bestellung der Lektionen können sie nach Wunsch zu jeder Zeit des Lehrgangs durchführen. Nach der Abschlussprüfung erwerben sie dann nach der Erweiterung des Lehrgangs zwei Zertifikate Hundetrainer und Assistenzhundetrainer
Sie werden alle oben angegebene Hundekategorien in Theorie intensiv und ausführlich kennen lernen. Ein Praktikum bezieht sich auf die Hunde Auswahl zweites ist ein Orientierungspraktikum in dem man Ausbildung der Hunde in Allen Kategorien Praktisch sehen und üben kann. Im Preis der Ausbildung sind vier weitere Praktikumstage pro ausgewählte Assistenzhundekategorie als ihre Spezialisierung.
In der Regel suchen sich die Schüler eine Spezialisierung und bilden ihre ersten Hunde aus dieser Kategorie. Nach Wunsch besteht die Möglichkeit weitere Praktika kostenpflichtig zu belegen.
Bitte im Detail auf der www.atn-ag.ch unter Assistenzhundetrainer ==> Ausbildungsinhalte ansehen.
Fertige Hundetrainer mit praktischer Erfahrung können direkt die verkürzte Ausbildung beginnen
Quereinsteiger die ohne Hundetrainer zu sein direkt die Assistenzhundetrainer Ausbildung beginnen möchten werden mit dem praktischen und theoretischen Teil überfordert. Ihnen fehlen grundlegende Kenntnisse aus dem kynologischen Bereich die eine professionelle zeitgemäße und tierschutzkonforme Arbeit zulässt. Sie müssen den Lehrgang in vollem Umfang belegen.


